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Batterie abhängen - Folgen?
#1
Ich habe das Problem, dass sich meine Batterie beinahe schneller entleert, als ich sie laden kann.
Die Suche ist ja eine mühsame Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Also habe ich daran gedacht einen Generalschalter direkt an der Batterie einzubauen, mit dem ich die Batterie komplett vom Bordnetz des Transsport nehmen kann. 
Der Mechaniker meint, dass dadurch die ECU eventuell Optimierungen hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und des Benzinverbrauchs "vergisst".

Meine Frage nun: Ist dies so? Ist es also eine schlechte Idee, die Batterie abzuhängen, bis ich die Quelle des Ladungsverlustes gefunden habe?

- Uhrzeit des Radio: logisch und kein Problem
- Fernsteuerung für Türöffnung: bekannt und kein Problem, da die sowieso nicht mehr funktioniert
Gruss
Alexander

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#2
Einfach gesagt: alles, was vom Fahrer während des Betriebes dynamisch verändert werden kann, wird in einem temporären Speicher abgelegt und ist bei einem Stromausfall weg, als Beispiele eben Autoradio-Sender + Settings, Fernbedienungen inkl Wegfahrsperren, Motormodi (wenn vorhanden), Sitzposition-Memory usw, auch lernende Steuergeräte, Fehlerspeicher
Für den Rest gibt es festgeschriebene Software auf den Chips der jeweiligen Steuergeräte, bei uns Airbag, ABS und ECU, diese Software ist nicht löschbar, weil sie auf das jeweilige EPROM geschrieben wird. Bei lernenden Steuergeräten werden Werte der Basissoftware temporär überschrieben, als Beispiel der Leerlaufregler. Der ist in der Basissoftware auf einem Öffnungswert XY festgelegt, dieser wird abgeglichen mit der aktuellen Position des Ventilkegels, dann fährt der Kegel (ich glaube) 5x gegen den Anschlag oben und unten und ermittelt so Minimum und Maximum des Reglers und danach fährt er in die Position, die er vom Steuergerät abhängig von der dort programmierten Leerlaufdrehzahl mitgeteilt bekommt. Diese Position merkt er sich im temporären Speicher und fährt danach bei den nächsten Starts sofort dort hin. Das geht dann bis zum nächsten Stromausfall, danach wieder das gleiche Spiel.

Das sog Chip-Tuning wird bei professioneller Ausführung auf das EPROM des jeweiligen Steuergerätes geschrieben, hier wird normalerweise die Basissoftware verändert, darum ist es auch so teuer. Aber auch hier gibt es temporär gültige Lösungen, die Werte der Basissoftware einlesen und diese dann manipulieren. Solche Lösungen, die im allgemeinen einen Bruchteil eines professionellen Chiptunings kosten, sind dann in der Tat bei einem Stromausfall wie eben ein Batterieausbau weg. Je nach Bauart gibt es auch eine eigene Spannungserhaltung, deren Dauer aber unterschiedlich ist. So läßt sich z.b. der interne Fehlerspeicher des TS mit einem 24-stündigen Stromausfall löschen, ein einfaches codiertes Autoradio hat früher mal 3 min gehalten, danach mußte der Code neu eingegeben werden. Heute sind Radios mit dem Steuergerät verknüpft. Und meine heimische Wetterstation kann höchstens 10 Sekunden ohne Strom sein, danach müßte sie neu programmiert werden. Stand dein Auto nun schon mal länger als einen Tag ohne Strom, was nach deiner Beschreibung durchaus denkbar ist, sind mögliche dynamische Werte eh schon weg.

Bei unseren Motoren sind es nach meinem Wissen nur der Leerlaufregler und der MapSensor, die von Hause aus anlernbar sind. Ein Verlust wäre zu vernachlässigen, weil es ein automatisierter Prozess ist, der einen ja auch beim Wechsel der Bauteile betrifft und der keine spezielle Anlernmethode erfordert.

Bist du denn sicher, das es nicht die Batterie selbst bzw die Zuführkabel des Ladestroms sind?
Strom an der Batterie gemessen:
mit Motor aus zwischen 11,5 und 12,8 Volt,
mit laufendem Motor 13,8 - 14,8 Volt.
Dieser Unterschied muß an der Batterie ankommen und ist mit jedem 5-Euro-Multimeter aus dem Billigladen messbar.  Kommt er nicht an, ist das Zuführkabel zwischen LiMa und Anlasser unterbrochen, am alten TS ein gern aufgetretendes Problem.
Kommt er an, gibt es nur zwei Möglichkeiten:
1. Batterie oder
2. ein Dauerverbraucher (am TS gern Zentralverriegelung und Innenbeleuchtung).
Bei mir auch: wenn die Innenbeleuchtung auf Türöffner-Funktion steht, ist am nächsten Morgen die jetzt 4-Jahre alte Batterie leer, obwohl keine der Innenlampen brennt. Ich habe keine Ahnung, wo es her kommt, vermute aber ein Problem im Deckenmonitor, dessen Innenbeleuchtung ist Plus-gesteuert, während der normale TS massegesteuert ist.
Bei der Massesteuerung liegt ein Dauer-Plus an und die Schalter funtionieren über Masse, bei der in Deutschland üblichen Plussteuerung umgekehrt, hier wird immer das Plus geschalten. Schalte ich die Türöffner aus, hält die Batterie auch ewig. Länger als 10 Tage hat es aber seit dem Batteriewechsel nie gestanden, war einmal fast leer wegen vergessener Innenbeleuchtung hinten (Leselampen) und zweimal wegen der Türkontaktschalter. Benutzen tu ich die Türschalter eh nur bei Nacht, aber mittlerweile ist das auch schon ein Ritual, bevor ich das Auto abstelle, Lüftung auf die Scheibe, Heizung auf volle Leistung und Türkontakte auf Aus.

Zur Batterie wäre zu sagen: Man weiß nie, wie lang solch Dingen schon im Laden gestanden hat. Ich glaube, hier gilt das Gleiche wie bei Reifen: bis zu drei Jahren dürfen die im Laden als "Neu" bezeichnet werden, wenn sie nirgens eingebaut waren. Als grober Richtwert gelten 5 Jahre Lebensdauer, gute auch mal 8 Jahre, d.h. mit drei Jahren im Laden blieben nur 2 Jahre Nutzungsdauer, darum immer auch das Produktionsjahr vergleichen, dieser Aufdruck ist Pflicht.

Mögliche Dauerverbraucher: Zentralverriegelung, Innenbeleuchtung, Fensterheber, Zusatzelektrik nachgerüstet (Verstärker, Multimedia, Sitzheizungen und Versteller usw), aber auch gern ein verölter oder hakender Anlasser oder Kriechströme im Motorkabelbaum z.b. auch ein vergammeltes Massekabel am Anlasser und/oder Batterieanschluß.
Sitzheizungen, Stellmotoren und Fensterheber haben bei uns automatische Sicherungen, fasse diese mal vorsichtig an, ob sie heiß sind. Das hatte ich beim Fahrersitz mal. Ursache war am Ende ein falsch und provisorisch montierter Feuerlöscher, der zufällig genau auf den Schalter der Sitzverstellung drückte. Jetzt sind die Feuerlöscher außen an den vorderen Sitzen.

P.S.: Rückmeldung wäre erwünscht, wenn die Ursache ermittelt werden konnte
Gruß Uwe
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Wer nach vorne sehen will, darf nicht nach hinten denken.

Hab dich lieb, Maus! Mit Dir ist Fallen leichter.
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#3
Was den geplanten Schalter angeht.... das ganze Problem mit dem temporären Speicher wäre umgehbar, wenn du den Dauerstrom fürs Steuergerät direkt von der Batterie holst und den Hauptschalter "nur" für den Rest benutzt. Am alten TS kommt das Dauerplus vom Plus-Sammelpunkt auf dem linken Innenkotflügel, dort sind 3 oder vier Kabel am Sammelpunkt, bei mir das Steuergerät, der Zündschalter, das Radio und die Standheizung. Ich weiß nicht, ob der Chevy auch dort verteilt oder so ähnlich. Wenn JA, würde ich diesen Sammelpunkt weiter benutzen, der bekam ja Strom über ein separates Kabel von der Batterieklemme. Am Hauptschalter dann nur das dicke Pluskabel trennen. Das gibt es als Meterware im Handel. Da würde ich mir ein Ersatzkabel anfertigen vom Anlasser zum Hauptschalter und von da zur Batterie oder eben ins Massekabel, das kommt vom Getriebe.
Die Idee "Hauptschalter" hatte ich auch schon mal, zu denen Zeiten vor dem Batterietausch. Den hatte ich so lang hinaus gezögert, u.a. auch mit einem großen Solarpanel im Cockpit, das schon bei geringster Helligkeit die Batterie lud, bis es mich dann unterwegs erwischt hat, auch, weil ich der festen Überzeugung war, die Batterie ist es nicht. Nach dem Wechsel war das Problem schlagartig erledigt und heute würde ich sagen, das nächste Mal such ich gleich das Problem ohne Hauptschalter, denn der verzögert meinen Elan ja auch nur und löst nix
Gruß Uwe
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#4
Blöd nur wenn der Verbraucher gerade an einem der vom Schalter nicht abgedrehten Kreisen hängt, grundsätzlich wird es wohl nicht so ein Problem sein wenn die Batterie für kurze Zeit komplett weggeschaltet wird, ich würde mir eher um den Verbraucher Gedanken machen und den so bald wie möglich ausfindig machen, mus zwar nicht sein aber könnte bei entsprechenden Defekt am Verbraucher selber auch irgendwann auch mal überhitzen, wie man den Verbraucher ausfindig macht wurde hier im Forum eh schon mal beschrieben.
Batterien ein im übrigen so lange lagerfähig solange sie nicht mit Säure gefüllt wurden, sobald das geschehen ist (was manche Geschäfte leider gerne gleich bei Anlieferung machen) beginnt der Alterungsprozess, ich hätte also kein Problem eine 3 Jahre alte Batterie zu kaufen aber nur dann wenn die erst beim Kauf gefüllt wird, ansonsten könnten die sich das Teil behalten
schnezi
[Bild: 16083226cl.jpg]
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#5
eine füllbare Batterie hab ich seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr im Handel gesehen. Das wären Baumärkte, Versorger wie ATU und auch Werkstätten. Natürlich ist jede Batterie befüllbar und hat ihre Schraubdeckel pro Zelle, die kommen aber alle schon gefüllt und versiegelt im Laden an. Ich war aber erstaunt, das ich letzte Woche mal Batteriesäure in einer 0.5Liter Flasche im Handel gesehen habe.

Zum Zitat
Zitat:Blöd nur wenn der Verbraucher gerade an einem der vom Schalter nicht abgedrehten Kreisen hängt

welcher sollte das sein?
am Steuergerät hängt nur das Steuergerät, am Radio nur das Radio
Hat man natürlich genau diese Dauer-Plus-Leitungen angezapft, um das Auto mit einem 1000Watt-Verstärker zu versorgen, naja, selbst Schuld

Einig sind wir uns aber darin, das die Suche nach dem Auslöser Vorrang haben sollte. Das ist nicht immer einfach und auch nicht immer möglich. Ich hatte in den letzten 8 Jahren 12 OPs und dazwischen noch zahlreiche Muskel- und Sehnenrisse, da ging nicht mehr viel, das ich selber machen konnte. Geschraubt haben Frau und der Junior, wenn es nötig war, aber beide nur nach Anleitung. Da dreht keiner eine Schraube ab ohne Anweisung. Und wenn du das Auto jeden Tag brauchst, geht auch nicht viel. So hat es z.b. ewig gedauert, bis ich den Schlüsselschalter am Schloß der Beifahrertür als Stromfresser identifizieren konnte
Gruß Uwe
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#6
Sind Stromzangen Messgeräte wie das Voltcraft VC-521 gut brauchbar um die Fehlerquelle zu finden.
Mir gefällt die Idee, von der eingriffslosen Messung...
Gruss
Alexander

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#7
Die Wahrscheinlichkeit dass bei dem alter der Fahrzeuge schon an den Stromkreisen gebastelt wurde ist hält schon recht groß, der Defekt im gerade erst neu verbauten Zündschloßschalter hat sich bei mir dann erst nach genauen hinsehen als gebrochenes Hauptkabel von selbigen entpuppt weil da ein Vollhonk per Stromdieb einen wieder stillgelegten Stromanschluss hergestellt hat.
Unter der Voraussetzung dass der Verbraucher permanent Strom zieht und sich nicht nur immer wieder kurz einschaltet (z.B. Niveau) sollte sich der betroffene Stromkreis relativ schnell finden lassen.
Bei den Zangemessgeräten habe ich im übrigen mehrfach gelesen dass denen gerade bei geringen Strömen die Messgenauigkeit fehlt, ich würde da doch eher beim Multimeter bleiben
schnezi
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